Dienstag, 16. Juli 2019
Das Herz

Von Hörbach - Für Althegnenberg

HerzJahrhundertelang galt das Herz als Sitz der Seele, es steht für Liebe und Leidenschaft. Die christliche Ikonographie kennt unzählige Beispiele religiöser Herz-Darstellungen. Auch in Umgangssprache und Volkskultur ist das Thema Herz von großer Bedeutung.

Wann immer es um den Ausdruck von Liebe geht, ist das abstrahierte Herz präsent.

Schon unsere Vorfahren sahen das dumpf pochende Organ als des Menschen Mitte. Die erste überlieferte Darstellung eines Herzen stammt aus einer Höhle bei Pindal (Spanien). Hier zeichneten Menschen vor ca. 30.000 Jahren einen Elefanten mit einem Klecks in der Mitte an die Höhlenwand - Historiker interpretieren dies als die erste Darstellung eines Herzens.

"Daß der Wein erfreue des Menschen Herz" steht in der Bibel zu lesen (Psalm 104,15), und das Wort "Herz" findet sich im Heiligen Buch mehr als 1.000 mal.

Sehr viel nüchterner betrachtete man in der Antike das menschliche Herz: Während es bei Aristoteles als schlichtes Eingeweide betrachtet wurde, sah Plato das Herz als Befehlsempfänger des alles dominierenden Kopfes. In der christlichen Ikonographie stand das Herz von Beginn an als Symbol für Leid und Erlösung. In jeder Kirche findet man Darstellungen des Herz Jesu und zahlreiche Zitate bedeutender Mystiker zeugen von der Bedeutung des Herzens durch die Jahrhunderte. Version der Schöpfungsgeschichte der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179).

Die früheste mittelalterliche Darstellung einer Obduktion mit Herzuntersuchung findet sich im Märtyrerfenster des Freiburger Münsters (Ende 13. Jahrhundert). Dargestellt ist der heilige Ignatius von Antiochia, der, "Ad Bestias" verurteilt, von einem Löwen getötet wurde. Da er zu Lebzeiten von sich sagte, er trüge seinen Gott in seinem Herzen, öffneten die Heiden seinen Thorax, entnahmen das Herz und schnitten es auf, um zu sehen, ob das wahr sei. Und tatsächlich: Auf seinem Herzen fanden die Henker in goldenen Buchstaben den Namen Christi.
Mit der Renaissance begann das wissenschaftliche Interesse an der Erforschung des Menschen und seines Inneren. Die berühmtesten Beispiele von Herzdarstellungen aus dieser Zeit sind gewiß die Zeichnungen von Leonardo da Vicni (1452-1519).

Ende des 17. Jahrhunderts verlor sich der Herzmythos endgültig im Kitsch: Eine Serie von Kupferstichen des Amsterdamer Antonius Wiericx illustrieren, wie das Jesuskind an das Tor des Herzens pocht, die Sünden herausfegt und die Wände mit seinem Blut bespritzt und sich schließlich im Herzen niederläßt.
Das Herz als Sitz von Gefühlen, als Sitz der Seele, der Persönlichkeit. Das Herz schlägt überall: in Musik, Literatur, Kunst, Film, Werbung...
Und auch oder vor allem zwischen Althegnenberg und Hörbach.
Selbstverständlich beschäftigt sich auch die moderne Kunst intensiv mit unserem wichtigsten Organ.

Wolfgang Haule


Herzschläge

für Hörbacher und Althegnenberger, oder einfach doch für alle!

RingDie Versprechen von Freundschaft, Liebe und Treue bedeuten viel. Aber auch wenn sie die ehrliche Absicht des Augenblicks widerspiegeln, gar zu oft fallen sie der Vergeßlichkeit anheim. Vielleicht waren sie auch nur Floskeln der Freundlichkeit? Vielleicht sind es nur schöne Worte, um den Abschied zu erleichtern?

Meist sterben die Beziehungen dann in der Hektik des Alltags, der Kontakt reißt ab.
In der Computertechnik schicken sich die Prozessoren kurze Signale mit der Bedeutung "alles in Ordnung" oder "ich bin noch da". Diese kurzen Nachrichten werden auch Herzschläge genannt Bleiben die Herzschläge aus, nimmt der "noch lebende" Rechner den Ausfall des "Partners" an und übernimmt die Leistungen soweit als möglich. Er ist jetzt allein.

Graugansmütter stoßen für die Küken alle paar Minuten beruhigende Töne aus. Bleiben sie, die Herzschläge, aus, werden die Küken sofort unruhig und beginnen die Mutter zu suchen. Sie fühlen sich verlassen. Sie schreien immer lauter, um vielleicht gehört oder gefunden zu werden.
Nicht jeden Tag passiert das Große und Gewaltige, die selbstlose Tat, das große Opfer. Und wenn wir dann dazu gefordert sind, versagen wir vielleicht - oder sogar wahrscheinlich?
Doch täglich wollen und können wir Vertrauen, Freundschaft und Liebe durch unseren Alltag retten. Oft meinen wir, im Alltag keine Zeit füreinander zu haben.

Die Feststellung "ich habe keine Zeit" für einen Besuch, einen Brief, einen Anruf fordert die Gegenfrage heraus: "Wofür hast Du keine Zeit?" - "Keine Zeit für den Anderen?"

Wenn es dann doch einmal knapp wird in der Hektik, gibt es Abhilfe, Herzschläge. Wir mögen uns zeitweise aus den Augen verlieren. Es geht auch ohne großen Zeitaufwand Verbundenheit zu signalisieren.. Es geht mit Minuten, manchmal mit Sekunden.

Es gibt sie, die vielen kleinen Zeichen, die Herzschläge, die signalisieren "alles in Ordnung", oder "ich mag dich"! Die kleinen Zeichen, die unser Leben reicher und schöner machen. Jeden Tag können wir uns damit neu füreinander öffnen. Es sind die Symbole der Zuneigung, die Herzschläge der Beziehungen.

Gerade hier gibt keine Rezepte und keine Gebrauchsanleitungen. Aber wer Vertrauen, Freundschaft und Liebe empfindet, wird automatisch zum Erfinder der kleinen Zeichen. Die Ideen werden nicht alle: Das sind die frischen Blumen "ohne" erkennbaren Anlaß, das Lächeln am Morgen an der Haltestelle, die kleinen Aufmerksamkeiten des Alltags, der liebe Gruß am Abend, der anvertraute Gedanke, der kurze freundliche Anruf am Telefon, neuerdings die E-mail und der gute alte Kartengruß zum Geburtstag und aus dem Urlaub.

Das sind die Zeichen "alles in Ordnung", "ich denk an dich", "ich mag Dich" und "Du bist nicht allein". Das sind die Herzschläge unseres Lebens.

Wie oft bin ich, wie oft sind wir, unnötig ohne Eingebunden sein in die Gemeinschaft? Wie oft greift ein Gefühl der Verlassenheit um sich, das Gefühl auf dem Abstellgleis zu stehen und schließlich Existenzangst?

Statt liebevoll miteinander umzugehen, prüfen wir:

  • ob sich die/der andere auch nicht zuviel einbildet?
  • ob sie/er es auch nicht falsch versteht?
  • ob wir uns auch nichts vergeben?
  • ob ich mich vielleicht lästig mache?
  • ob ich einen Nutzen davon habe?
  • ob sie/er es "verdient" haben?

Das sind sie, die Überlegungen der Krämerseelen in ihrer geistigen Enge, geprägt und gefangen vom Konkurrenz- und Existenzkampf der "freien Marktwirtschaft" unserer Tage. Warum vergeben wir nicht einfach mal alles, was wir an vermeintlicher und tatsächlicher Unbill erlitten haben - den anderen und uns selbst - und beginnen mit einer neuen Beziehungskiste?
Ich sehe mit Betroffenheit, wie verunsichert und desorientiert heutige Menschen auf ein unerwartetes Entgegenkommen, ein Geschenk nur so, eine Freundlichkeit, einen Blumenstrauß oder offene und ehrliche Worte der Sympathie reagieren.

Da muß doch was dahinterstecken, wo ist der Haken, gibt es eine Falle? Das paßt doch nicht in unsere Landschaft.

Doch es paßt heute und paßte zu allen Zeiten. Wir sind es nur nicht gewohnt nett zueinander zu sein. Entdecken wir es doch wieder neu! Je mehr wir es praktizieren desto besser sind wir mit den Herzschlägen des Lebens verbunden.


Ein Herz für Bürger

Herz-PresseNach dem "HICK HACK" bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr, ist die Idee von Wolfgang Haule (Künstler und Herzbilder Maler) spontan gekommen, Haule meint: Reiner Dunkel hat ein Herz für alle Bürger, ob Hörbacher oder Althegnenberger, alle sollen es sehen, daß der "neue" (Bürgermeister) ein Herz für alle hat.

Bei der Siegesfeier zum Bürgermeister versprach der Herzbildmaler Haule ein symbolisches Herz für alle zu schaffen. Fast genau an der Grenze zwischen Althegnenberg und Hörbach hat Haule und Karl Schmid mit seinem Traktor das große Herz (20 Meter mal 20 Meter) gepflügt.
Der Samen für über 3.000 Blumen (mit Zinnien, Zwerg Sonnenblumen, Studentenblumen und "Big Smile" Sonnenblumen) wurden von Kindergartenkinder am Freitag den 05.07.2002 ausgesät.

Im Rahmen von HofmarkART soll das Herz Ende September blühen.

Das "Bürgerherz" von Bürgermeister Reiner Dunkel BLÜHT jetzt schon.

Weitere Aktionen sind am Herz der Bürger noch in Planung...